Kleingruppen

Workshops

Der Workshop bietet die Möglichkeit, unser Handeln an der Schnittstelle von Gruppenpsychoanalyse und Kulturphilosophie zu reflektieren. Ob im Alltag oder in der therapeutischen Praxis, der Mensch ist ständig zwischen Unbewusstem, Vorbewusstem und Bewusstsein aufgespannt, zwischen sich und anderen; er agiert die meiste Zeit blind, unbewusst oder habituell, und versucht unablässig aus seinem Tun Sinn hervorzubringen, nicht nur im Nachhinein. Die intentionale Handlung eines 'Ich' ist die Ausnahme, gleichsam eine Extrapolation des selbstbezüglichen und selbstreferentiellen Ego; die Regel ist interdependentes interagieren im Rahmen dessen, was Foulkes die Gruppenmatrix nannte (alle Ebenen bewusster, vorbewusster, unbewusster Vorstellungen, Affekte, Wünsche in einer Gruppe, aber auch in einer Gesellschaft). Wir werden in dem Workshop Erfahrungen miteinander teilen und gruppenanalytisch sowie kulturtheoretisch analysieren - Erfahrungen, die uns nachträglich als problematisch erscheinen; dadurch erlauben sie uns sowohl klinische als auch theoretische Vertiefung. Ziele des Workshops: Theorie und Praxis, Theoriebildung und Empirie besser miteinander zu verbinden und auseinander hervorgehen zu lassen; dort wo wir agieren, dem beschlussfassenden Handeln durch Sinnstiftung Raum zu geben und dort, wo wir handeln, dem (unbewussten) Agieren Rechnung zu tragen.

PECHRIGGL Alice, Univ. Prof. Dr.in, ist Philosophin und Gruppenpsychoanalytikerin, seit 2003 Professorin für Philosophie an der Universität Klagenfurt; Gastprofessuren an der Universität Paris 1 Sorbonne, der Universität Paris 8 St. Denis und der Universität Wien. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Philosophische Anthropologie, insbesondere Geschlechteranthropologie, Handlungstheorie und Kulturphilosophie an der Schnittstelle von Philosophie und Psychoanalyse. Als Psychotherapeutin hat sie sich intensiv mit Psychosen befasst, klinisch, aber auch aus sprachphilosophischer Perspektive. Zuletzt erschienene Monographie: Agieren und Handeln. Studien zu einer philosophisch-psychoanalytischen Handlungstheorie, Bielefeld 2018. www.aau.at/team/pechriggl-alice/

COVID19 hat im Gesundheitsbereich den schnellsten Digitalisierungsschub der letzten 20 Jahren ausgelöst. Als ProfessionistInnen waren wir gezwungen, von einem Tag auf den andern auf digitale Lösungen umzusteigen. Dieser Workshop soll Raum bieten, um die Erfahrungen und Veränderungen durch die Digitalisierung der letzten Jahre gemeinsam zu besprechen, zu diskutieren und zu reflektieren. Der Workshop wird sowohl aus fachlichem Input (Digitalisierung der Gesellschaft, Datenschutz im Gesundheitsbereich, Digitale Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen, Onlinetherapie und vieles mehr) als auch aus kollegialer fallspezifischer und supervisorischer Arbeit bestehen.

Gemeinsam wollen wir versuchen, auf die rasante Digitalisierung aufzuholen, neue und fundierte Standpunkte zu entwickeln, uns schwierigen ethischen Fragen stellen und unser Wissen zu den digitalen Medien zu erweitern. Ziel ist es, gut gerüstet den nächsten digitalen Entwicklungen zu begegnen. Bitte konkrete Fallgeschichten und gerne auch spezifische supervisorische Fragen mitzubringen.

WAGNER Lukas, MSc, Personzentrierter Psychotherapeut, Medienpädagoge, Buchautor. Psychotherapeutisch tätig in freier Praxis in Graz. Arbeitsschwerpunkte: Jugendliche, junge Erwachsene, Neue Medien und digitale Lebenswelten. Vorträge zu Digitalisierung, digitalen Lebenswelten, Neue Medien in Schulen, Unternehmen und Vereinen und den Auswirkungen von Neuen Medien auf Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Familien. Lehraufträge für Digitalisierung & Psychotherapie sowie für Humanistische Psychotherapie und psychotherapeutische Berufspolitik. Mehr Information: www.lukas-wagner.at

 

 

Selbsterfahrungsgruppen

Personen, die in nahen beruflichen oder privaten Beziehungen stehen, wird empfohlen, nicht gemeinsam eine Selbsterfahrungsgruppe zu belegen. Die gewählte Selbsterfahrungsgruppe arbeitet während der gesamten Seminarzeit miteinander. Kontinuierliche Anwesenheit wird daher vorausgesetzt. Alle mit einem * gekennzeichneten Kleingruppen werden als Selbsterfahrung (34 Stunden) im Rahmen des Psychotherapeutischen Propädeutikums an der Universität Graz angerechnet.

Die Verbindung von Psychoanalyse bzw. Gruppenpsychoanalyse mit Psychodrama eröffnet einen besonderen Zugang zu latenten Bereichen der Persönlichkeit und ermöglicht vor allem Antworten auf Fragen zum eigenen Selbstbezug und zur Beziehung zum Anderen (wie stehe ich zu mir, was bedeutet der Andere för mich und was will ich för ihn bedeuten?).

Die szenisch-expressive Darstellung der von der Gruppe gemeinsam erarbeiteten Phantasien, in denen jedes Gruppenmitglied die von ihm frei gewählte Rolle spielt und in die auch die Gruppenleitung stets miteinbezogen ist, lässt prägnant und anschaulich aktuelles Erleben auch in seinen unbewussten Dimensionen als Übertragungsphänomen hervortreten und führt es auf seine Entstehungsgeschichte zurück.

So wird auch Raum für die Artikulation verloren geglaubter Gefühle und für Ansätze zur Überwindung ständig wiederkehrender Konflikte geschaffen.

RUHS August, Univ.-Prof., Dr.med., Facharzt für Psychiatrie und Neurologie, Psychoanalytiker (IPV), Gruppenpsychoanalytiker, Psychodramalehrtherapeut. Bis 2011 stellv. Leiter der Univ.-Klinik für Psychoanalyse und Psychotherapie der Medizinuniversität Wien. Ehem. Vorsitzender des Wiener Arbeitskreises für Psychoanalyse. Mitbegründer und Vorsitzender der 'Neuen Wiener Gruppe/Lacan-Schule', Mitherausgeber der Zeitschrift 'texte. psychoanalyse. ästhetik. kulturkritik'. https://de.wikipedia.org/wiki/August_Ruhs

Die psychoanalytische Selbsterfahrungsgruppe schafft einen Rahmen, in dem sich Einzelne im Kontakt mit anderen Menschen intensiver erfahren und Einblicke in ihre oft unbewussten Reaktions-und Verhaltensmuster gewinnen. Sie bietet sich besonders an zur Entwicklung von sozialen Fähigkeiten wie Kontakt- und Beziehungsaufnahme, Abgrenzung, Durchsetzung eigener Bedürfnisse und Einfühlung in die Bedürfnisse anderer.

Darüber hinaus vermittelt sie weitgehende Einblicke in die dynamischen Gesetzmäßigkeiten von Gruppen.

Menschik-Bendele Jutta, Univ.-Prof.in Dr.in phil., Diplome in Psychologie und Politologie, sowie Promotion als auch Habilitation im Fach Psychologie an der Freien Universität Berlin. Von 1984 bis zu ihrer Emeritierung 2012 o.Univ.Prof. für Klinische Psychologie, Psychotherapie und Psychoanalyse an der Alpen Adria Universität Klagenfurt. Von 2010-2014 Vizerektorin für Forschung. Psychotherapeutische Praxis und Lehrbefugnis für Psychoanalyse, Systemische Therapie und Gruppenpsychoanalyse. Kontinuierliche Leitung von Kleingruppen und der Großgruppe bei den Workshops der Internationalen Arbeitsgemeinschaft für Gruppenanalyse in Altaussee. www.psyonline.at/menschik-bendele

Ausgangspunkt existenzanalytischer Arbeit ist eine responsive körperleibliche Person in einer Situation. Existenzielles Grounding ist eine achtsame phänomenologische Form von körper-psychotherapeutischer Arbeit und öffnet den Weg zum 'eingefleischten' wahren Selbst. Das KörperLeibliche Erleben ist immer dabei und bildet den Nullpunkt unseres 'Inder-Welt-Seins'. Im Erleben von 'Ich bin' und im 'sich in Empfang nehmen' kann sich der nächste Schritt wie von selbst zeigen.

Dieser Zustandswechsel vom Alltagsbewusstsein zum gefühlten Seinserleben, zu einem in der Tiefe erlebten 'ich bin', wird geübt und experimentell erprobt. Lebensfreude, Vitalität und Präsenz werden erhöht und es wird möglich, dass die Komplexität des Lebens zur Einfachheit finden kann. Es ist ein Eintauchen in das 'Mysterium des Selbstverständlichen'.
Wir entdecken in der Tiefe körper-leiblicher Prozesse basale Ressourcen, so dass wir in der Existenzanalyse sagen: das Sein ist selbst schon ein 'Können'. Hinweise zur existenzanalytischen Struktur- und Prozesstheorie, sowie leibphänomenologische Anmerkungen runden die Körperarbeits- und Selbsterfahrungssequenzen ab.

Bitte bringen Sie bequeme Kleidung, warme Socken, Schreibmaterial, eine Matte und ein Sitzkissen mit, da wir auf dem Boden arbeiten werden.

ANGERMAYR Markus, Mag.phil.fac.theol., Psychotherapeut (Existenzanalyse), Philosoph, Lehrausbildner der GLE, Focusing-Ausbildner. Weiterbildungen in Körperorientierte Traumatherapie, Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie, Persönlichkeitsstörungen, Focusing, Breema-Bodywork-Instructor. Selbsterfahrungsorientierte Trekkingreisen weltweit. www.markusangermayr.at

Wie wir als Erwachsene Beziehungen erleben und gestalten ist verknüpft mit Beziehungserfahrungen unserer Kindheit. Das Grundthema Bindung - Autonomie zieht sich durch die persönliche Geschichte jedes Menschen. Nähe und Zugehörigkeit einerseits sowie Freiheit und Selbstbestimmung andererseits sind unverzichtbare Bedürfnisse, werden in nahen Beziehungen aber nicht selten als schwer aushaltbare Gegensätze erlebt. Ob der innere Balanceakt zwischen diesen beiden Polen ('Wurzeln und Flügel') gelingt, wirkt sich entscheidend auf unsere Beziehungsfähigkeit aus. Aktuell tritt das Spannungsfeld zwischen Freiheit und Sicherheit auch gesellschaftspolitisch besonders deutlich in unterschiedlichen Umgangsweisen mit Dogmen und Tabus im Zuge der Corona-Pandemie hervor.

Von Beginn unseres Lebens an entwickeln wir im Beziehungskontext für uns typische, mit Gefühlen verbundene Bewegungsmuster, in denen sich Bindungs- und Beziehungserwartungen verkörpern. Sogenannte Verbindungs- und Differenzierungsschemata sind wichtige Elemente unserer Körpersprache. Wir wollen in diesem Seminar individuelle wie kollektive Beziehungsdynamiken, ihre Engstellen und Freiräume erforschen. Die aktuellen leiblichen Distanzierungs-Gebote, durch die der Körper in spezieller Weise zur Tabuzone und Nähe zum Wagnis wird, werden uns dabei im Besonderen beschäftigen.

Methoden: Psychoanalytische Selbstpsychologie, Dynamische Gruppenpsychotherapie, Elemente aus der Bindungsforschung und systemisch-dialogische Aufstellungsarbeit.

STOXREITER Karl, Dr. phil., Jg. 1954, A-4020 Linz, Graben 25, Psychotherapeut, Gesundheits-, klinischer und Organisationspsychologe, Supervisor (ÖVS), Coach, Teamentwickler. Methoden: Bioenergetische Analyse, Analytische Körperpsychotherapie, Gruppendynamik & Gruppenpsychotherpie (ÖAGG), Transpersonale Psychologie/ Psychotherapie (ÖATP). Freie Praxis in Linz, Arbeitsschwerpunkte: Krankenhäuser und psychosozialer Bereich. www.stoxreiter.at

LAAHA-SUCHAR Gerlinde, Jg. 1965, Psychoanalytikerin, Lehranalytikerin im Wiener Kreis für Psychoanalyse und Selbstpsychologie, PSY3-Lehrtherapeutin der ÖÄK, Psychotherapeutin und Supervisorin in freier Praxis in Graz und Wien. gerlinde.laaha@gmx.at, https://www.stlp.at/therapeut/gerlinde-laaha-suchar/

Die verhaltenstherapeutische Selbsterfahrung hat zum Ziel uns mit uns selbst und unseren Gefühlen zu konfrontieren um unser Verhalten besser verstehen zu lernen. Schemata, die durch unsere emotionalen Erfahrungen in der Kindheit entstanden sind prägen unser Verhalten und sollen durch Übungen in der Gruppe erfahrbar - und damit veränderbar - gemacht werden.

Ausgehend von einer achtsamen und wertschätzenden Grundhaltung wenden wir uns persönlichen Ressourcen aber auch problematischen Selbstanteilen zu. Die Methoden wie z.B.: Achtsamkeitsübungen, Imaginationsübungen, kognitive Methoden, kreative Methoden, Identifikation dysfunktionaler Schemata und Rollenspiele werden den Bedürfnissen der Gruppe angepasst.

Strobl-Unterweger Carola, Mag.a Psychotherapeutin (Verhaltenstherapeutin, Fortbildungen in Hypnotherapie & Schematherapie). Klinische- & Gesundheitspsychologin, Verkehrspsychologin. Langjährige Tätigkeit in eigener Praxis in Graz. Supervisorin (KAGES, Magistrat Graz, AMS), Leitung von Selbsterfahrungsgruppen und Seminaren zur Persönlichkeitsentwicklung, Lehrbeauftragte im ULG Propädeutikum und an der Meduni Graz, Lehrbeauftragte für PSY 2 und 3 in Integrativer Verhaltenstherapie, https://strobl-unterweger.at

Im geschützten Rahmen und mit Hilfe der Gruppe werden die eigenen Wahrnehmungsfähigkeiten und zwischenmenschlichen Kontaktmuster bewusster erlebt und neue Handlungsmöglichkeiten entdeckt. Problematische Lebenssituationen werden im Zusammenhang mit der eigenen Lebensgeschichte betrachtet und deren persönliche Bedeutung für die künftige Lebensgestaltung gesucht. Nach den drei 'E's' der Gestalttherapie, sie ist experimentell, existentiell und erlebnisorientiert, werden Alternativen zu alten Lösungen ausprobiert. Der Zugang zu den eigenen kreativen Ressourcen und die Förderung der Persönlichkeitsentwicklung gehören zu den Zielen dieser Gruppe. Die Methoden können gestalttherapeutische Rollenspiele und Darstellungen, Traumarbeit und den Einsatz von künstlerischen Materialien einschließen.

URBAN Egon, Dr., Praxis Wien: Bernardgasse 26/2, A-1070 Wien, Tel.: 01 715 3633, Praxis OÖ: Kalkofen 22, A-4644 Scharnstein, Tel.: 0664 973 1997. egon.urban@praxis07.at, www.praxis07.at

Wimmer Beatrix, Mag.a phil. Jg. 1963, Psychologin, Gestalttherapeutin in freier Praxis seit 1998, Vorsitzende der EAGT (europäische Vereinigung für Gestalttherapie), Stv. Vorsitzende der Österr. Vereinigung für Gestalttherapie, Aus- und Fortbildungstätigkeit im europäischen Raum und in Nepal, A-1090 Wien, Fluchtgasse 7/12, beatrix.wimmer@oevg-gestalt.at, www.oevg-gestalt.at, www.eagt.org

Im humanistischen Verfahren des Psychodrama wird der Mensch nicht als Individuum, sondern als Gesellschaftswesen betrachtet: Das soziale Bezugssystem (soziales Atom), in dem der Mensch lebt und handelt wird immer mitgedacht. Es wird davon ausgegangen, dass soziales Handeln in Rollen erfolgt, welche laufend und lebenslang kreiert werden (müssen). Ziel des Psychodramas ist es ein Gelingen von Begegnungen zu ermöglichen, welche die Beziehungen zwischen den Menschen verbessern. Ob Begegnungen gelingen, hängt davon ab, ob die Rollengestaltung zur Lage passt, also adäquat ist. Dies hängt davon ab, ob trotz 'Lieblingsrollen' noch Flexibilität und Kreativität vorhanden ist.

In einer Psychodramagruppe wird immer 'frei gespielt'. Es wird spontan mit den Themen gearbeitet, die die TeilnehmerInnen einbringen. Im psychodramatischen Rollenspiel können neue Rollen ausprobiert und gewohnte Rollen reflektiert werden. Egal, ob Themen eines/einer einzelnen TeilnehmerIn (ProtagonistIn) mithilfe der anderen Gruppenmitglieder oder ein gemeinsames Gruppen-Thema in einem Gruppenspiel szenisch bearbeitet werden, es ist immer ein Erlebnis auf der Surplus-Realität. Obwohl ein 'Spiel', ist es doch immer auch ernst, weil unsere ganz persönlichen Themen sich im Spiel aktualisieren.

HINTERMEIER Sonja, Mag.a, MSc, arbeitet in eigener Praxis in Wien. Lehr-Psychotherapeutin und Lehr-Supervisorin der Fachrichtung Psychodrama, Ausbildungsleiterin im Fachspezifikum Psychodrama ÖAGG/DUK und ÖAGG/PLUS. Seit 2000 regelmäßig Psychodrama-Jahresgruppen und Psychodrama-Selbsterfahrungs-Workshops. https://sonjahintermeier.at/

'Welche Selbstgeschichte erzähle ich mir?'

Die systemische Selbsterfahrungsgruppe möchte den Fokus auf Selbstfürsorge vor dem Hintergrund der eigenen Identitätsgeschichte legen. Durch die vertiefte Kenntnis unserer eigenen Erzählungen über uns selbst können sich Freiräume für alternative Geschichten über uns auftun und dadurch der Blick auf eigene Bedürfnisse, Wünsche und Anliegen geschärft werden.

Für die Entdeckung und Erweiterung unserer Selbsterzählungen werden aus dem 'Werkzeugkasten' der systemischen Therapie narrative, hypnosystemische, lösungsorientierte sowie erlebnisorientierte Methoden zur Verfügung stehen.

MEISTER Klemens, Mag. Dr., Psychotherapeut (Systemische Familientherapie), Lehrtherapeut in Ausbildung (ÖAS), Klinischer- und Gesundheitspsychologe. Freie Praxis sowie langjährige Tätigkeit an der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie (LKH Graz II, Standort Süd). Lehrtätigkeit an der Karl-Franzens-Universität Graz.

Beobachtet man Pferde bei ihrem 'Freien.Spiel', kommen wir kaum umhin, dass Assoziationen von menschlichem Verhalten aufkeimen. Pferde dienen für viele Menschen als Projektionsfläche, regen Fantasien, Wünsche und Träume an. Sie verkörpern das Wilde und Ungestüme so wie das Sanfte und Fürsorgende, ohne Widerspruch. Seit Jahrtausenden stellen sie sich in den Dienst der Menschen und blieben doch Wesen der Freiheit. Sie unterwerfen sich niemals ganz, gehen mit uns durch Dick und Dünn.

Wenn man dem Pferd in der Freiarbeit, die Möglichkeit bietet selbstbestimmt mit uns in Interaktion zu treten, entwickelt sich ein 'Freies.Spiel' zweier kommunizierender Wesen. Durch wechselseitige Resonanz kommt es zu einer Antwortbeziehung und so kann eventuell ein gemeinsamer zielgerichteter Sinn entwickelt werden.

Zirkuläre Prozesse und systemische Zusammenhänge werden im Zusammenspiel mit dem Pferd erlebbar und können so auf andere Lebensbereiche umgelegt werden.

In dieser Woche haben wir die Gelegenheit das 'Freie.Spiel' zwischen, Mensch, Pferd und Natur zu nützen, um uns selbst und unserer Verbundenheit wieder in Stück näher zu kommen.

In dieser Pferdeunterstützten Systemischen Selbsterfahrungsgruppe nützen wir die Kooperation der Pferde, um systemische Haltung, systemische Ansätze und systemische Methoden sichtbar zu machen.

Es handelt sich hierbei um kein Reitseminar und es sind auch keine Vorerfahrungen mit Pferden notwendig - nur Outdoorkleidung. Wir arbeiten zumeist vom Boden aus.

Die Pferdeeinheiten diese Seminars finden am Sonnriegelhof in St. Martin a. d. Raab statt - ca. 1/2 Auto- Stunde von Bad Gleichenberg entfernt.Ingrid EGGER

EGGER Ingrid, MSc, Lehr- und Psychotherapeutin für Systemische Familientherapie der ÖAS. Besitzerin des Sonnriegelhofes und der Therapiepferde. Ausbildung für Pferdeunterstützte Psychotherapie EAGALA.

Co - TherapeutInnen auf vier Beinen, El-NiƱo (20J Knapstruperwallach), Amafee (15J Andalusierstute,); Arthos Crest (7J Paintwallach), J.D. (6J Pintostute).

Die 'analytische' Orientierung betrifft das 'Hier und Jetzt', das, was aktuell außerhalb und innerhalb der Gruppe vorgeht, aber auch das 'Dort und Damals', also frühe Prägungen, die das jetzige Verhalten immer noch beeinflussen (und oft erschweren) können, und die Funktion aller Beteiligten sowohl als Spiegel für das Frühere als auch als reales Gegenüber in einer neuen Gegenwart.

Vorbereitung:
Bei Anmeldung erhalten die Teilnehmenden

  • technische Information zur Verwendung des kostenlosen online-tools 'Zoom'
  • praktische Information zur Durchführung einer online-Gruppe
  • theoretische Information über Grundbegriffe der Gruppenpsychoanalyse
  • eine kurze (vertrauliche) Fragenliste zu ihrem beruflichen und persönlichen Hintergrund

ENDLER Peter C., Dr. Dr., eingetragener Psychotherapeut (Psychoanalytische Psychotherapie und Gruppenpsychoanalyse), Leiter von Analytischen Gruppen im Gerontopsychiatrischen Zentrum Graz sowie online in freier Praxis, Co-Leiter von Analytischen Gruppen der Arbeitsgemeinschaft für Gruppenanalyse, Altaussee; Veröffentlichungen u.a. 'Der reflektierte tiefenpsychologische Fallbericht' und 'Betreuung als Chance' im Facultas Verlag; Hochschullehrer u.a. und für das Wahlpflichtfach 'Gruppenpsychoanalyse' im Psychotherapeutischen Propädeutikum, Uni for Life, Graz.

Die Individualpsychologie ist von ihrem Ursprung her grundsätzlich an Gemeinschaft und Gruppe orientiert und geht demzufolge von einem interpersonellen Unbewussten aus. Individualpsychologische Selbsterfahrung und Therapie in Gruppe integriert zum einen die gruppenanalytischen Erkenntnisse von S. H. Foulkes, der selbst zusätzlich individualpsychologische Wurzeln hatte, gruppendynamische Prinzipien und zielorientiertes Arbeiten mit Lösungen und Stärken. Im Mittelpunkt der Gruppe steht die Berücksichtigung der aktuellen Gruppendynamik und die Erstellung eines psychologischen Raumes, der die Möglichkeit bieten soll, gegenseitige Projektionen und gemeinsam geteilte unbewusste Phantasien zu erkennen und deren destruktive Anteile zu korrigieren.

GÜNTHER Kurt B., Dr. phil., Klinischer und Gesundheitspsychologe, Psychotherapeut (Individualpsychologie, Psychoanalyse WAP/IPV, Gruppenanalyse SGAZ), Lehr-und Kontrollanalytiker im OEVIP, Lehrtherapeut für 'Psychoanalytisch orientierte Psychotherapie' und im Truskawetz-Projekt (Ukraine), Mitglied in der 'International Association of Couple and Family Psychoanalysis' und im 'Arbeitskreis für psychoanalytisch-systemische Psychotherapie'. Psychoanalytiker und Psychotherapeut für Einzel-, Gruppen-, Paar- und Familientherapie in freier Praxis. 1978 - 2005 Psychotherapeut an der 'Kinder- und Jugendlichenpsychosomatik' im Wilhelminenspital der Stadt Wien, 1982 - 2004 Univ. Lektor für Medizinische Psychologie an der Universität Wien und der Med Uni Wien. www.psyonline.at/psychotherapeut/11337

Gruppendynamik passiert in jeder Gruppe. Menschen verbringen seit jeher Zeit in Gruppen, in der Familie, unter Freund*innen oder auch in Teambesprechungen. Dafür im Kreis zu sitzen ist hierbei vielleicht die ursprünglichste äußere Form für Gespräche, bedeutet Hinwendung und ermöglicht die Wahrnehmung aller Anwesenden. In der Gruppendynamik sind die Personen, die Zeit und der Ort Ausgangspunkt für das weitere Geschehen und damit auch Ausgangpunkt dieses Geschehen zu erleben und zu verstehen.

In dieser Woche geht es um die Beziehungen in und durch die gegenwärtige Selbsterfahrungsgruppe, und zwar in einem relativen frei.spiel der Kräfte. Die Wechselwirkung zwischen Gruppe, Person und Umwelt steht im Focus. Wir beschäftigen uns unter anderem mit Fragen wie: Welche Kräfte wirken in dieser Gruppe, wo haben die eigenen Bedürfnisse und Ängste ihren Platz und welche Rolle spielt die Leitung bei all dem?

Für die Dynamische Gruppenpsychotherapie ist der Gruppenprozess und die persönliche Entwicklung nicht unabhängig voneinander denk- und lebbar. In dieser Woche wenden wir uns, frei gespielt von To-Do Listen und einer abzuarbeitenden Tagesordnung, dem Gegenüber im Sesselkreis zu, und erfahren damit mehr über uns selbst.

KORLATH Silvia, DSA, Psychotherapeutin (Dynamische Gruppenpsychotherapie), Lehrtherapeutin Dynamische Gruppenpsychotherapie ÖAGG, selbstständig tätig in freier Praxis in Wien und als Gruppenpsychotherapeutin in der psychotherapeutischen Ambulanz des ÖAGG, Lehrtätigkeit, Supervision. gruppen-therapie.at

KAISER Benedikt-Lars, Mag.(FH), Sozialarbeiter, dynamischer Gruppenpsychotherapeut und Gruppendynamiker (ÖAGG), tätig in der Sozialpsychiatrie, als Lehrbeauftragter und in freier Praxis. www.stlp.at/therapeut/benedikt-lars-kaiser/