ver_trauen

“Have enough courage to trust love one more time and always one more time.” – Maya Angelou

Vertrauen ist oft unscheinbar. Es ist kein Zustand, sondern eine Entscheidung, die wir immer wieder neu treffen. Eine leise Bewegung nach vorne, obwohl wir nicht ganz sicher sein können, was uns erwartet. Vertrauen entsteht, wenn wir mutig genug sind, mit der Unsicherheit zu leben, statt uns im Kampf gegen sie zu verlieren. Um diesem Mut mehr Raum zu geben, widmen wir uns in dieser Seminarwoche dem Thema ver_trauen.

Vor allem in helfenden Berufen ist die Beschäftigung mit Vertrauen allgegenwärtig. Wir sind für viele ein sicherer Hafen, der Halt gibt in stürmischen Zeiten und von dem aus Menschen ihr ihren eigenen Zugang zu Vertrauen (wieder) entdecken und erweitern können. Gleichzeitig erleben wir selbst eine Welt, die sich beschleunigt, verdichtet, oft überfordert. Hier entsteht ein Spannungsfeld: Wie viel Vertrauen ist möglich, wenn der Rahmen fragil ist? Und wie viel Vertrauen ist notwendig, damit Begegnung gelingt?

Wenn Vertrauen fehlt, wird es spürbar. Die Welt wird enger, Bewegungen vorsichtiger, Beziehungen brüchiger. Und doch wollen wir oft Orientierung geben, Halt anbieten, Verlässlichkeit verkörpern. Das ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Und eine zutiefst menschliche.

Vertrauen ist ein Balanceakt. Zwischen dem Wissen um Risiken und dem Mut, sie nicht zum Maß aller Dinge zu machen. Denn Vertrauen ist nicht die Überzeugung, dass nichts Schlimmes passieren wird. Es schafft die Zuversicht, dass auch in diesen schweren Zeiten noch genug von dem, was uns Sicherheit gibt und weiter machen lässt, überdauert – in uns, im Gegenüber, im gemeinsamen Prozess.

Vertrauen ist auch eine Grundbedingung sozialer Verbundenheit. Es trägt uns durch die Brüche im Miteinander, durch die Rätselhaftigkeit und Unvorhersehbarkeit menschlichen Seins – durch jene Momente, in denen wir uns selbst nicht verstehen, widersprüchlich und manchmal schwer zu begreifen sind. Vertrauen ermöglicht Kooperation und Entwicklung, weil es Neues und Anderes zulässt, anstatt nur im Gewohnten zu verharren. Und es erinnert uns daran, dass wir nicht perfekt sein müssen, um des Vertrauens würdig zu sein.

Irgendwo zwischen Leichtsinn und Starrsinn können wir mit Vertrauen die eigenen Vorstellungen und Pläne manchmal auch ein Stück weit loslassen, uns einlassen, treiben lassen, mitreißen lassen. Mit Neugierde auf das, was kommen mag. In der Zuversicht, dass wir damit umgehen können, vielleicht allein, vielleicht gemeinsam.

Gleich zur Eröffnung der Seminarwoche stellen wir uns die Frage, wie viel Nähe Vertrauen braucht. Eine erste Annäherung und vielleicht ein Impuls für das Miteinander in den Gruppen. Weitere Anregungen schaffen die Plenarveranstaltungen am Dienstag und Donnerstag, Möglichkeiten für mutigen und neugierigen Austausch inklusive. Schließlich können wir beim Abschlussabend gemeinsam noch ein bisschen loslassen und ins Miteinander eintauchen, bevor es gestärkt zurück in den Alltag geht.

ver_trauen wird uns in dieser Seminarwoche also immer wieder begegnen – und sicherlich darüber hinaus.

Michaela Hiebler


Wir sind schon gespannt, wie die Woche sich entwickeln wird und wir freuen uns auf Ihr/Dein Kommen.

Das Organisationsteam

Gerald Suchar
Michaela Hiebler
Florian Hohenberger
Melanie Marton
Ilse Windhager

Seminarsponsoren


Johannisbrunnen

 

 

Veranstalter/Mitveranstalter/Kooperationspartner


Med-Uni Graz PSYGRAZ STLP Uni for Life Elisabethinen