Psy-Diplome

Seit Einführung der PSY-Diplome in der Steiermark vor nunmehr 29 Jahren ist das Integrative Seminar für Psychotherapie in Bad Gleichenberg Ort und Rahmen für einen Teil der jeweiligen PSY-Diplom Weiter- und Fortbildung in der Steiermark.

Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen erwerben mit den ÖÄK-Diplomen, die abgekürzt PSY1, PSY2, PSY3 bezeichnet werden, in den aufeinander aufbauenden Curricula Kompetenz und Vertiefung in psychosozialer, psychosomatischer und psychotherapeutischer Medizin. Die jeweiligen Gruppenseminare, die im Rahmen der PSY-Diplom Weiterbildung der WGPM im Rahmen der Seminarwoche in Bad Gleichenberg stattfinden, so dies möglich sein wird, sind im Anschluss beschrieben.

Neben Diskussion, Wissenserwerb und Selbsterfahrung in der jeweiligen gewählten Gruppe gibt es die Möglichkeit zum interdisziplinären Austausch bei Plenarveranstaltungen, beim Eröffnungsvortrag und im Rahmen der gesellschaftlichen Treffen. Die Kultur des „Zu.Hörens“, Dialog, erweiternde Reflexion, und gemeinsame Positionierung stärken mehr denn je den Diskurs in gesundheits- und sozialpolitischen Gegebenheiten. Das Thema der Begrenzungen und der Unvorhersagbarkeit durch die aktuelle Situation fordert von uns allen Positionierung im medizinischen, gesundheitspolitischen und gesellschaftlichen Bereich und wirkt in die Beziehung mit PatientInnen hinein.

Dr.in Barbara Hasiba (Vorsitzende der WGPM) und Lehrgangsleitungsteam:
Karin Haas, Christian Jagsch, Martin Letmaier, Gerald Suchar

Wenn Sie Interesse an den PSY-Diplom-Curricula der WGPM haben freuen wir uns und laden Sie ein unter www.psygraz.at nachzulesen.

Psy-Diplom-Gruppe

PSY-1: Balintgruppe

Die Balintgruppe fokussiert auf die Arzt-Patienten-Beziehung. Die Teilnehmer:innen sind eingeladen, Begegnungen aus ihrem Arbeitsalltag vorzustellen, die sie besonders beschäftigen. In der Gruppe werden dabei Phantasien, Gefühle und Körperwahrnehmungen ausgelöst, die die unbewussten Anteile der Interaktion fassbar machen. Mit diesem erweiterten Verständnis ergeben sich neue Ansätze im Umgang mit den Problemen der Patient:innen.


Neue Handlungs- und Kommunikationsmöglichkeiten können gefunden werden und die emotionale Entlastung steigert die Zufriedenheit mit dem ärztlichen Beruf. Die Teilnahme an einer Balintgruppe fördert auch das Verständnis für bio-psycho-soziale Zusammenhänge.

Nikolaus Lerch

Dr. med., FA für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Arzt f. Allgemeinmedizin, Oberarzt an der Privatklinik St. Radegund, davor viele Jahre an der Univ. Klinik f. Medizinische Psychologie und Psychotherapie tätig, Balintgruppenleiter, Lehrbeauftragter im ULG Psychotherapeutisches Propädeutikum an der Universität Graz.

PSY-1: Vertiefung des „professionellen ärztlichen Gesprächs“ - Video-Feedback Training

Aufbauend auf der ersten PSY 1 - Veranstaltung in Graz haben die Teilnehmer:innen die Möglichkeit, typische Gesprächssituationen aus ihrem jeweiligen Arbeitsfeld aufzuzeichnen (Tonband, Video) und nach Bad Gleichenberg mitzubringen. Die Inhaltsanalyse dieser aufgezeichneten Gespräche sowie weitere, in Rollenspielen nachgezeichnete Arzt-Patienten-Begegnungen, werden als praktische Unterlagen für den Erwerb der professionellen ärztlichen Gesprächsführung genutzt. In Verbindung mit einer vertiefenden Auseinandersetzung mit den theoretischen Kenntnissen zur ärztlichen Gesprächsführung wollen wir deren Nutzen für die eigene ärztliche Praxis optimieren.
Gerald Suchar
Dr. med., Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin, Arzt für Allgemeinmedizin, ÖÄK Diplom für Psychotherapeutische Medizin (integrative Verhaltenstherapie), Lehrgangsleiter des PSY 1 und PSY 2 der WGPM, Lehrtherapeut der ÖÄK, Lehrbeauftragter im ULG Psychotherapeutisches Propädeutikum an der Universität Graz, Lehrbeauftragter für den ULG Musiktherapie, Balintgruppenleiter.
Nikolaus Lerch


PSY-2: Selbsterfahrungsgruppe

In der Selbsterfahrungsgruppe werden über die Mitgestaltung einer noch offenen und unvertrauten sozialen Situation die eigenen Bestrebungen, Ängste und kompensatorischen Sicherungen in Szene gesetzt. Diese lebenstypische Teilhabe in der „Welt der Gruppe“ ermöglicht auch eine Bewusstmachung der Dynamik in der Gestaltung der Beziehungen in Partnerschaft, Familie, Freundeskreis und Beruf. Die Gruppe bietet außerdem ein Übungsfeld, um neue Wege in der Begegnung mit sich selbst und anderen zu gehen, sei es mit Neugier oder noch mit Ängsten.


Dabei kommen Methoden und Techniken der Integrativen Gestalttherapie zum Tragen. Die Integrative Gestalttherapie ist ein phänomenologisch-hermeneutisches Psychotherapieverfahren. Sie geht davon aus, dass der Mensch eine untrennbare Einheit körperlicher, seelischer und geistiger Aspekte darstellt und unauflöslich mit seiner ökologischen und sozialen Umwelt verbunden ist. Die Integrative Gestalttherapie arbeitet wahrnehmungsorientiert und erlebnisaktivierend und versucht über ganzheitliche Evidenzerfahrung Einsicht und Sinnerleben zu fördern.

Herta Hoffmann-Widhalm

Dr.in phil., A-1120 Wien, Arndtstraße 87, Psychotherapeutin, Supervisorin, Lehrtherapeutin in der der Fachsektion für Integrative Gestalttherapie (ÖAGG) in Kooperation mit der Donau-Universität Krems, u.a. für Traumafolgentherapie, Lehrtherapie und Lehrsupervision. www.psychotherapie-in-wien.at

PSY-3: Integrative Verhaltenstherapie

Für alle TeilnehmerInnen des Hauptfaches „Systemische Therapie“ des Grazer PSY 3 - Curriculums Psychotherapeutische Medizin sowie jene TeilnehmerInnen des Hauptfaches „Psychodynamische Therapie“, die in diesem Jahr als Ergänzungsfach „Integrative Verhaltenstherapie“ wählen.


Einführung in das weite Land der modernen, multimodalen psychologischen Psychotherapie


Alois Kogler & Ilse Müller


Das Seminar bietet eine praxisbezogene Einführung in die erfahrungswissenschaftlich orientierten psychologischen Psychotherapien. Ausgehend von Ihrer systemischen bzw. psychodynamischen Psychotherapieorientierung und Ihren bisherigen therapeutischen Erfahrungen werden wir sowohl (a) die Gemeinsamkeiten der jeweiligen Hauptfachorientierung und den integrativ-verhaltenstherapeutischen Ansätzen als auch (b) die Besonderheiten der gegenwärtigen kognitiv-verhaltenstherapeutischen Arbeit erörtern. Dabei wollen wir die wissenschaftlichen Grundlagen verhaltenstheoretischer Prinzipien und Arbeitsweisen in der Gruppe transparent und erlebbar machen. Der Therapieprozess soll Ihnen anhand wesentlicher Bausteine wie Problembeschreibung, allgemeine Problemanalyse und spezifische Verhaltensanalyse, Zielfindung und Zielvereinbarung, Methodenauswahl und praktische Umsetzung, Erfolgsoptimierung, Rückfallprophylaxe sowie Reflexion verständlich werden. Über das emanzipatorische Ziel (Hilfe durch Problem-Einsicht und Erwerb praktischer Kompetenz zur konkreten Veränderung) sowie durch einen Einblick in die vielfältigen Methoden (von Konfrontationstechniken über Achtsamkeitsorientierte Verfahren bis zur Schematherapie und zum Genusstraining) möchten wir die integrative Kraft und gute Passform dieser großen Therapierichtung für die Medizin erlebbar machen. Dem Anspruch der „psychotherapeutischen Medizin“ entsprechend sollen Sie Anregungen bekommen, einige praktische Arbeitsweisen in der jeweils eigenen therapeutischen Arbeit kreativ zu nutzen.
Alois Kogler

Dr., Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe; Psychotherapeut (Verhaltenstherapie); Lehrtherapeut für Verhaltenstherapie der Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmodifikation (AVM); Dozent an der KFU Graz und der European University of Cyprus: Verhaltenstherapie, Arbeits- und Organisationspsychologie, Sportpsychologie. Sportpsychologe im österreichischen Spitzensport. Journalist im ORF (TV und Radio) von 1980 bis 2000. Österreichischer Staatspreis für Wissenschaftspublizistik.

Ilse Müller

PSY-3: Systemische Therapie

Für alle TeilnehmerInnen des Hauptfaches „Integrative Verhaltenstherapie“ des Grazer PSY 3 - Curriculums Psychotherapeutische Medizin sowie jene TeilnehmerInnen des Hauptfaches „Psychodynamische Therapie“, für die in diesem Jahr das Ergänzungsfach „Systemische Therapie“ Teil des Jahresprogramm ist.


„Ich glaube daran, dass das größte Geschenk, das ich von jemandem empfangen kann, ist, gesehen, gehört, verstanden und berührt zu werden. Das größte Geschenk, das ich geben kann, ist, den anderen zu sehen, zu hören, zu verstehen und zu berühren. Wenn dies geschieht, entsteht Kontakt.“


Virginia Satir (1916 – 1988)
Ferdinand Wolf
Ferdinand Wolf

Dr., Klinischer und Gesundheitspsychologe, Lehrtherapeut und Lehrsupervisor für das Psychotherapeutische Fachspezifikum "Systemische Familientherapie" (ÖAS), Supervisor (ÖAS, BÖP), Coach, Mediator, Mitglied des International Board der European Brief Therapy Association - EBTA 2005-2016, Lehraufträge: Donau Universität Krems, NIK Bremen (D), ISZ Prag (CZ) und Kosice (SK), sowie in Italien und Schweiz.

Klemens Meister
Klemens Meister

Mag. Dr., Psychotherapeut (Systemische Familientherapie), Lehrtherapeut (ÖAS), Klinischer- und Gesundheitspsychologe. Freie Praxis sowie langjährige Tätigkeit an der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie (LKH Graz II, Standort Süd). Lehrtätigkeit an der Universität Graz.

Veranstalter/Mitveranstalter/Kooperationspartner


PSYGRAZ STLP Uni for Life Med-Uni Graz