Selbsterfahrung beschreibt den bewussten, reflektierten Zugang zum eigenen Erleben, Denken und Handeln. Sie ermöglicht, innere Prozesse besser zu verstehen, eigene Muster zu erkennen und bewusster mit sich selbst und anderen umzugehen.
Selbsterfahrung wird in unterschiedlichen Kontexten genützt. In der psychotherapeutischen Ausbildung und in anderen Ausbildungen im Sozial- und Gesundheitsbereich ist Selbsterfahrung oft ein integraler Bestandteil, auch um professionelle Kompetenz zu fördern. Selbsterfahrung kann aber auch unabhängig davon stattfinden und für Personen in verschiedenen Berufen bzw. für alle Lebensbereiche neue Impulse bringen.
Besonders wertvoll ist Selbsterfahrung in der Gruppe. Hier wirken Rückmeldungen, Perspektivenvielfalt und gemeinsame Prozesse – wir können uns im Miteinander selbst erfahren. Die Gruppe bietet einen geschützten Raum, in dem auch Ausprobieren und Lernen durch Begegnung möglich werden – lebendig, unmittelbar und oft überraschend erkenntnisreich.
Beim SeminarGleichenberg findet Selbsterfahrung eine Woche lang in einer Gruppe statt. Die Verteilung der Einheiten ist in unserem Wochenplan ersichtlich – Selbsterfahrungsgruppen sind dabei (genauso wie Workshops) eine Form unserer Kleingruppen.
Selbsterfahrung ist weitgehend ergebnisoffen. Es geht also nicht um den Aufbau von bestimmten vorgegebenen Kompetenzen oder um Wissensvermittlung.
In der Selbsterfahrung finden sich verschiedene Aspekte rund um das Selbst: Durch Selbstreflexion werden eigene Gedanken und Verhaltensweisen bewusst, Selbsterkenntnis vertieft das Verständnis für persönliche Motive und Bedürfnisse. Es können neue Zugänge zu Selbstmitgefühl und Selbstfürsorge entstehen, die auch Selbstwertgefühl und Selbstliebe stärken.
Alle diese Aspekte wirken nicht nur auf unseren Umgang mit uns selbst, sondern auch auf unser Sein und Tun mit anderen Menschen und mit unserer Umwelt. Wer sich selbst besser kennt, kann im Miteinander bewusster handeln, authentischer auftreten und klarer kommunizieren. Wir verstehen besser, wie wir auf andere wirken und welche Wirkung wir auf andere haben. Gleichzeitig verbessert sich die Fähigkeit, andere zu verstehen, verstanden zu werden, mitzufühlen und Beziehungen bewusst zu gestalten.
Das SeminarGleichenberg widmet sich jedes Jahr einem anderen Thema, das in den Plenarveranstaltungen und oft auch in den Selbsterfahrungsgruppen und Workshops aufgegriffen wird. Mehr Infos zum aktuellen Thema finden sich im Editorial.
Nein. Selbsterfahrung ist zwar ein zentraler Bestandteil vieler Ausbildungen im psychosozialen Bereich (z. B. Psychotherapie, Klinische Psychologie), richtet sich aber grundsätzlich an alle Menschen, die sich selbst besser verstehen und persönlich weiterentwickeln möchten.
Der Nutzen liegt insbesondere darin, die eigene Wahrnehmung zu schärfen, persönliche Ressourcen zu stärken und Handlungsspielräume zu erweitern. Dadurch kann Selbsterfahrung zu mehr Selbstwirksamkeit und innerer Klarheit beitragen.
Eine Teilnahme beim SeminarGleichenberg ist daher für alle möglich, die an Selbsterfahrung interessiert sind – unabhängig von Vorerfahrung oder Ausbildungshintergrund.
Viele unserer Teilnehmenden befinden sich gerade in einem Abschnitt der Psychotherapieausbildung oder in anderen Ausbildungen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Andere sind in diesen Bereichen schon lange tätig und nutzen diese Woche als Weiterbildung oder zur persönlichen Weiterentwicklung. Und manche Teilnehmende kommen aus ganz anderen Berufen, Tätigkeitsfeldern und Motivationen für Selbsterfahrung. Auch das macht das SeminarGleichenberg besonders.
Noch unsicher? Kontaktieren Sie uns gerne.
Eine Woche, eine Gruppe, ein Ort. Eine ganz besondere Art der Selbsterfahrung. Das zeigt sich auch in unserem Wochenplan.
Für viele unserer Teilnehmenden ist diese Woche auch eine kleine Auszeit vom Alltag. Sie bietet die Möglichkeit, vorübergehend etwas Abstand vom gewohnten Tun und Sein in den verschiedenen Lebensbereichen zu bekommen, innezuhalten und sich neu zu sortieren. Sie schafft aber auch den Raum, um sich mit anderen Menschen aus verschiedenen Berufsgruppen und Tätigkeitsbereichen auszutauschen, Verbindungen zu knüpfen und neue Impulse zu erleben.
Das SeminarGleichenberg widmet sich jedes Jahr einem anderen Thema, das in den Plenarveranstaltungen und oft auch in den Selbsterfahrungsgruppen und Workshops aufgegriffen wird. Mehr Infos zum aktuellen Thema finden sich im Editorial.
In unseren Selbsterfahrungsgruppen geht es voll und ganz um psychotherapeutische Selbsterfahrung. In unseren Workshops ist Selbsterfahrung – in deutlichem kleinerem Ausmaß und oft indirekt – auch immer mit dabei, während der Fokus auf professioneller Kompetenzerweiterung, kreativem oder körperbasiertem Tun liegt.
Viele unserer Teilnehmenden befinden sich gerade in einem Abschnitt der Psychotherapieausbildung oder in anderen Ausbildungen im Sozial- und Gesundheitsbereich. Andere sind in diesen Bereichen schon lange tätig und nutzen diese Woche als Weiterbildung oder zur persönlichen Weiterentwicklung. Und manche Teilnehmende kommen aus ganz anderen Berufen, Tätigkeitsfeldern und Motivationen für Selbsterfahrung. Auch das macht das SeminarGleichenberg besonders.
Selbsterfahrung eignet sich für alle Menschen, die sich selbst besser kennenlernen, persönliche Entwicklung vertiefen und neue Perspektiven gewinnen möchten. Besonders geeignet ist Selbsterfahrung beim SeminarGleichenberg für Personen, die offen sind, sich auf Gruppenprozesse einzulassen.
Nicht geeignet ist Selbsterfahrung für Menschen in akuten psychischen Krisen und mit stark behandlungsbedürftigen Symptomen.
Auch wenn berufliche oder private Themen gerade Ihre volle Aufmerksamkeit und Energie brauchen, ist das wahrscheinlich nicht der beste Zeitpunkt für eine Woche Selbsterfahrung, da Selbsterfahrung in der Gruppe auch sehr fordernd sein kann.
Des Weiteren ist es nicht sinnvoll, wenn Personen, die zueinander in einem engen persönlichen Naheverhältnis stehen, die selbe Selbsterfahrungsgruppe besuchen. Bei Workshops ist dies weit weniger problematisch.
Auch ohne Bereitschaft zur Selbstreflexion und aktiver Teilnahme macht Selbsterfahrung wenig Sinn. Besonders bei Selbsterfahrung in der Gruppe ist es zudem wichtig, durchgängig dabei zu sein.
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Psychotherapeutische Selbsterfahrung ermöglicht ein tiefes Verständnis eigener Muster. Sie wird von sehr erfahrenen Psychotherapeut:innen geleitet, die oft auch als Lehrtherapeut:innen in ihrer Schule tätig sind.
Psychotherapeutische Selbsterfahrung ist ein wesentlicher Bestandteil professioneller Entwicklung im Laufe und nach der psychotherapeutischen Ausbildung. Sie kann aber auch von Personen besucht werden, die sich nicht in psychotherapeutischer Ausbildung befinden. Besonders beim SeminarGleichenberg steht die Anbindung an die Ausbildung nicht im Vordergrund.
In der psychotherapeutischen Selbsterfahrung basieren das Vorgehen und die angeleiteten Prozesse auf dem Menschenbild, den Theorien und dem methodischen Vorgehen der jeweiligen psychotherapeutischen Schule. Dies ermöglicht, im Rahmen dieser Selbsterfahrung nicht nur sich selbst zu erfahren, sondern auch die psychotherapeutische Schule kennenzulernen.
Einen Überblick zu unseren Selbsterfahrungsgruppen gibt es hier.
In unseren Selbsterfahrungsgruppen geht es voll und ganz um psychotherapeutische Selbsterfahrung. In unseren Workshops ist Selbsterfahrung – in deutlichem kleinerem Ausmaß und oft indirekt – auch immer mit dabei, während der Fokus auf professioneller Kompetenzerweiterung, kreativem oder körperbasiertem Tun liegt.
Achtung: Gewisse Workshops wenden sich sehr konkret an erfahrene Fachkräfte im Sozial- und Gesundheitsbereich. Hier geht es oft nicht um Grundlagenwissen oder persönlichen Austausch. Der Fokus liegt auf fachlicher Weiterbildung, oft auch über die Diskussion von Fällen aus der Praxis. Genaue Infos finden sich in der Beschreibung der jeweiligen Workshops.
Das SeminarGleichenberg widmet sich jedes Jahr einem anderen Thema, das in den Plenarveranstaltungen und oft auch in den Selbsterfahrungsgruppen und Workshops aufgegriffen wird. Mehr Infos zum aktuellen Thema finden sich im Editorial.
Die Verteilung der Einheiten ist in unserem Wochenplan ersichtlich – Selbsterfahrungsgruppen und Workshops sind dabei die zwei Formen unserer Kleingruppen.
Selbsterfahrung in der Gruppe und Fallarbeiten in den Workshops bedürfen eines geschützten, vertraulichen Rahmens. So bedürfen das gemeinsame Arbeits- und Beziehungsgeschehen der kontinuierlichen Anwesenheit aller Teilnehmenden und der Bereitschaft zum Engagement in der Kleingruppe.
Mit der Anmeldung verpflichten sich die Teilnehmenden dazu, im Zuge der Teilnahme bekannt gewordene Inhalte und Fallbeispiele außerhalb der Gruppe bzw. gegenüber Außenstehenden mit Verschwiegenheit zu behandeln.
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Selbsterfahrung zielt nicht auf die Arbeit mit psychischen Störungen und deren Symptomen, sondern auf Erkenntnis, Entwicklung und Wachstum im persönlichen und beruflichen Kontext. Im Gegensatz zur Behandlung braucht Selbsterfahrung also mehr mitgebrachte Stabilität.
Nicht geeignet ist Selbsterfahrung (insbesondere in der Gruppe) daher für Menschen in akuten psychischen Krisen und mit stark behandlungsbedürftigen Symptomen. Auch während einer laufenden Behandlung zusätzlich eine Woche Selbsterfahrung zu machen ist nicht ratsam. Die Teilnahme sollte in jedem Fall vorher in der Therapie besprochen werden.
Die Methoden und Modelle, die in der Selbsterfahrung zum Einsatz kommen, sind aber oft gleich oder ähnlich wie in der Behandlung, wenn es explizit um psychotherapeutische oder klinisch-psychologische (also von Personen aus diesen Professionen angeleitete) Selbsterfahrung geht.
Selbsterfahrung stellt einen zentralen Bestandteil der psychotherapeutischen Ausbildung dar, da sie wesentlich zur Entwicklung therapeutischer Schlüsselkompetenzen beiträgt und als bedeutsames Qualitätsmerkmal im Kompetenzerwerb gilt (Zolles & Korunka, 2015).
Selbsterfahrung fördert auch die Entwicklung einer therapeutischen Identität und Haltung und unterstützt damit die Fähigkeit zur Gestaltung tragfähiger therapeutischer Beziehungen (Zolles & Korunka, 2015; Mozer, 1996).
Auch über die Ausbildung hinaus bleibt Selbsterfahrung bedeutsam, da sie die kontinuierliche Selbstreflexion, professionelle Weiterentwicklung und Qualitätssicherung im therapeutischen Handeln unterstützt (Mozer, 1996). Selbsterfahrung trägt dazu bei, eigene Grenzen wahrzunehmen, beispielsweise mit Übertragungs- und Gegenübertragungsprozessen umzugehen sowie langfristig Selbstsicherheit und Resilienz im Berufsalltag zu stärken (Mozer, 1996). Zudem wird Selbsterfahrung als Teil eines lebenslangen Lernprozesses verstanden, der durch Supervision und weitere reflexive Formate fortgeführt wird (Mozer, 1996).
Selbstreflexion und Selbsterfahrung stehen in einem aufbauenden Verhältnis: Selbstreflexion wird im Studium als grundlegende Kompetenz vermittelt und fungiert als vorbereitender „Grundkurs”, auf dem die spätere Selbsterfahrung aufbaut. Während Selbstreflexion primär dem Einüben selbstreflexiver Prozesse dient, ermöglicht die Selbsterfahrung in der Weiterbildung eine vertiefte Auseinandersetzung mit biographischen Themen und der eigenen Person im therapeutischen Kontext (Hanke & Herrmann, 2026).
Selbsterfahrung hat ihre Wurzeln in philosophischen, religiösen und medizinischen Traditionen der Selbstprüfung und Selbsterkenntnis und wurde im Zuge der Entwicklung der Psychotherapie zunehmend systematisiert (Mozer, 1996). Insbesondere seit der Entstehung der Psychoanalyse wurde sie als integraler Bestandteil der Ausbildung etabliert und im Laufe der Zeit von verschiedenen Therapierichtungen aufgegriffen und weiterentwickelt (Mozer, 1996).
Seit den 1970er‑Jahren ist Selbsterfahrung in vielen Ausbildungssystemen verpflichtend verankert und gilt heute als fester Bestandteil moderner psychotherapeutischer Qualifizierung (Mozer, 1996).
Es gibt viele spannende Artikel, die sich mit Selbsterfahrung beschäftigen – vor allem im Bereich der Psychotherapie.
Folgende Artikel können wir als weiterführende Literatur besonders empfehlen:
https://econtent.hogrefe.com/doi/10.1026/0033-3042/a000720
https://www.a-jour-psychotherapie-berufsentwicklung.ch/index.php/psywis/article/view/631
https://link.springer.com/article/10.1007/s00729-015-0044-5




